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Wenn Sie immer schön gesichtert hatten, kommt irgendwann der Tag, an dem wird es ernst.

Sie müssen zurücksichern, denn es hatte gekracht oder Sie haben irgend etwas Wichtiges gelöscht (oder jemand anderes war es, denn Sie machen natürlich keine solchen trivialen Fehler).

 

Leider bin ich nicht ganz so gut wie Sie, mir ist der Fehler unterlaufen, daß ich ein Suse 9.2 Automatik Update bestätigt hatte und von nun an ging der mysqladmin nicht mehr. Alles Nachinstallieren hatte tagelang nicht funktioniert, irgend ein Modul kollidierte immer noch mit irgend einem Anderen.

 

Also gilt es, das Original Band der letzen laufenden Version auf eine freie Ecke eines Hilfs-(oder Reserve-) Servers zurücksichern und dann die benötigten Verzeichnisse auf den Zielserver kopieren, als root natürlich, und dann die Rechte der kopierten Dateien neu setzen.

Wie habe ich das gemacht ? Mit "tar" ist es ganz einfach.

Wer das mit Backup Ecex machen muß, der hat richtig Arbeit. Es geht natürlich auch. Nur, mit "tar" ist es (in diesem Fall hier) deutlich einfacher.

 

1.) Sie starten den (neuen) Server mit der Rescue CD/DVD mit Suse 9.2 oder 10.2 oder Knoppix oder einer anderen sogenannten Live CD oder DVD, was immer Sie gerade haben. Und nehmen Sie anfänglich einen guten Röhren-Bildschrim, unser LCD blieb öfter dunkel und gaukelte uns einen Linux Absturz vor, das war es aber gar nicht. Die Verwirrung war schon gross.

 

2.) Und nun erst mal nur ansehen, was auf dem Backup Band drauf ist:

"tar" mit den Optionen -tvf (type auf den Schirm, verbose bedeute alles zeigen, f steht für die Dateinamen ) vom /dev/st0 (das ist das SCSI Bandlaufwerk) und mit Buffer=128 (das ist für die DLT 7000er wichtig) und dann # für alles. Dieses Doppelkreuz ist emminent wichtig, sonst spult der DLT Drive wie ein Teufel und Sie sehen dennoch nichts.

 

Das hier ergibt jetzt die Kommandozeile: tar tvf /dev/st0 -b128 #

Jetzt rauschen die Inhalte des Bandes auf dem Bildschirm meist sehr schnell nur so runter. Abbrechen geht mit ctrl (oder Strg) C.

 

3.) Jetzt mounten Sie sich das Filesystem der zuküntigen Boot-Platte in oder an das Live Filesystem im RAM. Die Platte müssen Sie bereits vorbereitet haben. Wir installieren dafür die kleinst mögliche Suse Version auf den richtig formatierten Platten Volumen. Bei "ext3" geht das so:

 

# mount /dev/ida/c0d0p3 /tmp

(das ist ein Beispiel für unseren Compaq Proliant mit RAID Controller)

Welche Partitionen auf eine Platte es gibt, sagt Ihnen "fdisk".

 

4.) Und jetzt das eigentliche Rücksichern anwerfen: (achten Sie unbedingt auf jeden Buchstaben, jedes Leerzeichen, sonst geht es nicht.)

tar mit den Optionen xvf (extrahiere auf die PLatte, verbose, die Files) vom dev st0 mit Buffer =128 in das /tmp/ Verzeichnis auf der lokalen Platte

 

Das ergibt dann die Kommandozeile:

tar xvf /dev/st0 -b128 # /tmp (manchmal auch)

tar -xvf /dev/st0 -b128 # /tmp

 

5.) und am Ende mit "mc" (steht für "midnight commander") prüfen, ob alles wieder da ist.

 

Und wie immer, wenn man es weiß, ist Lächeln angesagt, doch vorher gibt es meist Flüche und Tränen.

Es hat geklappt, die Dateien sind alle im /tmp/ angekommen

und ich "transportiere" jetzt das /phpmyadmin/ Verzeichnis von meinem lokalen Linux Hilfs-Server (Bild rechts mit dem DLT 7000 Bandgerät provisorisch oben drauf - natürlich belüftet !!!!) hier bei uns im Haus komplett mit WinSCP über die lokale Station auf den Zielserver im Data Center.

 

Es betraf übrigens diesen Compaq Proliant ML350 G2 Server, auf dem Sie gerade surfen, auf dem mein mysqladmin zerschossen war.

 

 

Übrigens, noch ein Tip, Sie müssen das üben. Ohne Übung haben Sie "im Falle eines Falles" richtig Stress und es geht alles in die Hose.

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